Seniorenvertretung
Öffentliche Toiletten in Köln: Zu wenige stille Örtchen
Thomas Grothkopp für die Kölner Seniorenvertretung (SVK) · 05.05.2026
Foto: Thomas Grothkopp
Was, wenn man unterwegs plötzlich ein „dringendes Bedürfnis“ verspürt? Wo findet man eine Toilette?
Die Stadt Köln hat sich mit den Abfallwirtschaftsbetrieben (AWB) zusammengetan, um das Problem zu beheben. Seit 2013 gibt es die für das Smartphone optimierte Homepage www.toiletten.koeln. Verzeichnet sind Toiletten in städtischen Gebäuden, öffentliche WCs und mobile Toiletten im Grünen sowie unter dem Begriff „Happy Toilet“ Gastronomen, die dafür eine Monatspauschale von der Stadt bekommen und maximal einen Euro für die Nutzung kassieren dürfen.
Während die Innenstadt ein dichtes Toilettennetz hat, wird es in den Außenbezirken schnell lückenhaft, die Wege wären kilometerlang. Das Kriterium der Stadt ist, dass Toiletten mindestens dort sein sollen, wo sich in der Regel viele Menschen aufhalten. Ebenfalls 2013 wurden zwei Personalstellen extra dafür eingerichtet, die mittlerweile komplett gestrichen sind. Seither wird nicht mehr akquiriert, sondern höchstens reagiert, wenn ein Café oder Restaurant in das Netz aufgenommen werden möchte. Denn das Budget ist limitiert.
Angenehm auf der Homepage ist die Angabe der Barrierefreiheit, die auch bei den mobilen Toiletten gegeben ist. Komfortabel kann man nach neun Kriterien suchen, selbst nach Wickeltischen. Ferner besteht die Möglichkeit, Mängel zu melden. Bei den mobilen Toiletten steht „kein Winterdienst“. Damit ist nicht die Reinigung gemeint. Es ist vielmehr der aus Versicherungsgründen notwendige Hinweis, dass der Weg dorthin bei Eis und Schnee nicht geräumt und gestreut ist. Darauf muss man erst einmal kommen.
Bei einigen Toiletten sind Öffnungszeiten im Detail angegeben, bei anderen heißt es lapidar „während der Öffnungszeiten“ – selbst in öffentlichen Gebäuden. Hier wäre es praktisch, wenn auf die jeweilige Homepage verlinkt würde, insbesondere bei der Gastronomie, wo es immer wieder zu Änderungen kommt. Wer hat schon im Fall großen Drucks Zeit zu recherchieren? Ohnehin sollte man es besser gar nicht erst darauf ankommen lassen, eine öffentliche Toilette zu benötigen. In Rodenkirchen ist beispielsweise das Bezirksrathaus an der Hauptstraße 85 ausgewiesen. Doch das ist mittlerweile abgerissen.
Nach zwölf Jahren ist ein Relaunch des Themas dringend notwendig. Und zwar mit einer Person in der Verwaltung, die diese Aufgabe nicht „nebenher“ mitbearbeiten muss.
Thomas Grothkopp für die Seniorenvertretung Köln
Informationen
www.toiletten.koeln
Toiletten-Hotline unter 0221 / 922 21 80
Alle Adressen der Seniorenvertretungen in den Bezirken finden Sie hier.
Sehen Sie hier ein Erklärvideo zum Thema: Was macht die Seniorenvertretung?
Dieser Beitrag wird von der Seniorenvertretung der Stadt Köln verantwortet.
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Tags: Dixie , Öffentliche Gebäude , Toilette , WC
Kategorien: Soziales , Unser Köln , Seniorenvertretung