Leben in Köln

Betreutes Wohnen für Tauben

Redaktion · 28.11.2019

Foto: S. Jutzeler suju-foto / Pixabay

Foto: S. Jutzeler suju-foto / Pixabay

Viele glauben, dass es den Stadttauben gut geht - ja viel zu gut. Doch das ist ein Trugschluss. Ein Pilotprojekt will das jetzt ändern.

Es gibt zu viel Nahrung für die Stadttauben, deswegen vermehren sie sich auch immer mehr. Taubenschwärme hinterlassen große Mengen an Kot, welcher Gebäude, Fassaden und Plätze verschmutzt. Die Reinigung kostet die Stadt Köln viel Geld. Die Kölner Stadtordnung hat daher ein Taubenfütterungsverbot festgelegt. Seit 2017 wird das Füttern von Tauben mit einem Bußgeld bis zu 1.000 Euro bestraft.

Die Fütterung schadet auch den Tieren direkt. Im Gegensatz zum natürlichen, abwechslungsreichen Futter rufen die ausgestreuten Futtermittel Mangelerscheinungen hervor. Ausreichend Futter und das milde Stadtklima sind die Hauptgründe, warum sich Tauben das ganze Jahr über fortpflanzen können. Die Tiere brüten häufiger als in freier Wildbahn. Die Jungtiere sind oft schwach und verenden nach kurzer Zeit. Dazu kommt: Sie haben hier keine natürlichen Feinde. Deswegen überleben auch kranke Tiere, die Krankheiten übertragen können.

Locken und Kümmern

Ein Pilotprojekt am Hansaring soll das jetzt ändern. Dort wurde ein Taubenschlag vorbereitet. Der Taubenschwarm vom S-Bahnhof und von der U-Bahnhaltestelle "Hansaring" soll mit Futter angelockt werden, sodass er sich dort dauerhaft niederlässt. Der Ort ist so gestaltet, dass er den Anforderungen von Tauben an Futter und Brut gerecht wird. Die "Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik e. V." übernimmt die Betreuung des Projektes. Der Verein kümmert sich nicht nur um die Belange der Tauben – langfristiges Ziel sei es, das Zusammenleben von Stadttaube und Mensch in Köln für beide Seiten erträglicher gestalten.

Auch die Stadt erhofft sich davon Effekte: Wenn die Tiere artgerecht gefüttert würden, verändere sich die Konsistenz des Taubenkots und das vereinfache dessen Entfernung. Außerdem wolle man Taubeneier durch Gips-Eier austauschen, um so die Population eindämmen zu können. Die Aussichten auf Erfolg sind gut, schließlich ist dieses Projekt in über 50 Städten erfolgreich getestet worden. Wenn das Pilotprojekt auch in Köln glückt, plant man weitere betreute Taubenschläge.

Was kann man selbst machen?

Vermeiden Sie es, Tauben zu füttern. Weisen Sie möglichst auch andere Mitmenschen darauf hin, dass das den Tieren schadet. Auch indirekte Futtermittel sind eine Gefahr: Achten Sie auf die korrekte Entsorgung von Müll – nicht nur zum Schutz der Tiere. Wer den Tauben wirklich helfen will, kann sich selbst für den Tierschutz engagieren oder beispielsweise die Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik e. V." mit einer Patenschaft unterstützen.

Mehr Informationen erhalten Sie auf der Webseite des Vereins "Kölner Arbeitsgruppe gegen die Stadttaubenproblematik e. V."

 

Der Tierschutzbund hat ein kleines Video zum unwürdigen Leben der Stadttauben veröffentlicht:

Tags: Pilotprojekt , Tiere in der Stadt , Tierschutz

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