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Kultur

Karl-Küpper-Preis an Gunter Demnig verliehen

Katharina Thuir · 20.02.2025

Gedenktafel für Karl Küpper am Haus Kalker Hauptstr. 215 in Köln Kalk. Foto/Detail: Balham Bongos, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org

Gedenktafel für Karl Küpper am Haus Kalker Hauptstr. 215 in Köln Kalk. Foto/Detail: Balham Bongos, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org

Karl Küpper war ein Kölner Büttenredner, der offen Kritik am Nationalsozialismus übte. Der nach ihm benannte Preis wurde vor kurzem Gunter Demnig verliehen, der mit „Stolpersteinen“ an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnert.

Der Karl-Küpper-Preis wird alle zwei Jahre vergeben. Im Dezember 2024 erhielt der deutsche Künstler Gunter Demnig den Preis für seine Stolpersteine. Sie sind auch zahlreich in Köln im Boden verlegt. Die kleinen Gedenktafeln aus Messing erinnern an das Schicksal der Menschen, die im Nationalsozialismus vertrieben, ermordet und deportiert wurden. Jede Gedenktafel trägt dazu den Namen und die Lebensdaten einer verfolgten Person.

Woher kommt der Name Karl-Küpper-Preis?

Er kam in die Bütt, hob den rechten Arm zum Hitlergruß und fragte spöttisch, ob es am Regnen sei. Karl Küpper hielt in den 1930er Jahren mit seiner Kritik und seiner oppositionellen Haltung nicht hinterm Berg. Und dennoch wurde er weiterhin zu den großen Kölner Karnevalssitzungen eingeladen. Er war beim Publikum einfach sehr beliebt. Bis 1939, da erteilte ihm das Regime dann Redeverbot. Daran gehalten hat er sich nicht. Mutig prangerte er weiter die katastrophalen Zustände an. Er war ein beherzter Mann in einer feindlichen Welt.

Schutz der Demokratie und Zivilcourage

Aus der Kriegsgefangenschaft zurück ging Küpper seinen Weg entschieden weiter. Er machte sich vor dem Publikum stark für die Demokratie und eine offene Gesellschaft. In seinen Reden wies Karl Küpper gezielt auf die Gefahr der konservativen Eliten hin, die das ideologische Gedankengut der Kriegszeit weiter erhalten wollten. Nationalsozialismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit ging er auf den Bühnen im Kölner Karnevals bis zu seinem Tod 1970 scharf an.

Der Karl-Küpper-Preis

Zeit seines Lebens erhielt Küpper keine Auszeichnung für seine außergewöhnliche Zivilcourage. 2020, anlässlich seines 50. Todestages, wurde in Köln schließlich der Karl-Küpper-Preis ins Leben gerufen. Diese Anerkennung erhalten Menschen, die sich für den Schutz der Demokratie stark machen und gegen Rassismus und Diskriminierung vorgehen. Persönlichkeiten also, die sich in besonderer Weise für eine vielfältige Gesellschaft engagieren. Die Jury des Preises, bestehend aus der Oberbürgermeisterin, dem Vorsitzenden der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums, dem Präsidenten des Festkomitees, dem Direktor des Kölner NS- Dokumentationszentrums sowie einem Vertreter der Familie Küpper, verlieh den Preis zuletzt an Gunter Demnig.

Durch den Preis erhält das Lebenswerk Karl Küppers endlich die ihm gebührende Ehre. Aber vor allem erinnert die Auszeichnung an das wichtige Engagement gegen Hass und Hetze, das bis heute nichts an seiner Bedeutung verloren hat. In dieser Tradition steht Gunter Demnig – auch ihm gebührt Ehre.

Weitere Infos zum Karl-Küpper-Preis finden Sie hier. Mehr zum Projekt und die Stolpersteine finden Sie unter Stolpersteine - Stadt Köln.

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Tags: Antisemitismus , Büttenrede , Diskriminierung , Karl-Küpper-Preis , Karneval , Nationalsozialismus , Stolpersteine

Kategorien: Karneval , Kultur , Unser Köln