Leben in Köln

Auch die Redakteure sind „total verspielt“

. · 03.08.2018

Spielen mein Mann und ich zu zweit, holen wir zurzeit „Istanbul“ aus dem Schrank. Wir verwandeln uns dann in Kaufleute auf dem Basar und lassen vier Gehilfen an 16 verschiedenen Orten Aktionen ausführen. Sie sollen dank geschickter Planung auf möglichst kurzem Weg unseren jeweiligen Handkarren mit Waren füllen und viele Lira verdienen. Erschwert wird das durch Figuren wie den „Schmuggler“ oder „Gouverneur“, aber eben auch durch die Aktionen der Mitspieler. Doch die Bonuskarten, die man kaufen kann, können dem ganzen entscheidende Wendungen geben. Und der Besuch des „Schwarzmarktes“ oder der „Teestube“ hilft aus manchem Dilemma. Wer genug Waren oder Lira hat, sucht den Edelsteinhändler oder den Sultanspalast auf und legt sein „Bares“ in Rubinen an. Doch Achtung, der Preis dort steigt ständig. Und nur wer als erster sechs Rubine besitzt, hat gewonnen. Bei uns ein wahres Kopf-an-Kopf-Rennen.

Zugegeben, wir haben etwas gebraucht, bis wir alle Spielzüge verstanden hatten. Denn neben den Regeln der Fortbewegung des Kaufmanns und seiner Gehilfen auf dem sehr schön gestalteten Spielfeld gelten für jeden der 16 Orte eigene Regeln, Waren gegen Lira zu kaufen oder auch einzutauschen. So schaut man gerade anfangs öfter in die Anleitung. Auch will ich nicht verschweigen, dass vor allem die Waren für die Handkarren eher etwas für ruhige Hände sind und die Warenbilder auf den Marktkarten etwas für gute Augen. Letztlich sind sie aber an der Farbe doch erkennbar. Überhaupt gefällt uns die Ausstattung des Spiels: die liebevollen Illustrationen der Orte, die Spielfiguren und Warensteine aus Holz, die Geldstücke … nur die Rubine sind aus Plastik.

Ein weiterer Reiz des Spiels liegt für uns darin, dass es kein festes Spielbrett gibt, sondern die 16 Ortsplättchen immer wieder neu – nach drei Vorgaben in der Anleitung oder zufällig – zu einer Spielfläche angeordnet werden können. So kommen von Spiel zu Spiel keine Routinen auf, jeder fängt wieder bei null an. Langeweile ade!

Eine Spielrunde zu zweit dauert etwa eine dreiviertel Stunde. Bis zu fünf Leute können mitspielen, laut Hersteller ab 10 Jahren. Dann mag es auch was länger dauern, bis man seine Rubine zusammen hat. Viel Glück bei der Jagd!

Martina Dammrat

Mein Lieblingsspiel: Canasta

Gründlich mischen, geben, fertig zum Spielen! Kein komplizierter Aufbau, keine klitzekleinen Figürchen, keine Glückswürfel. Deshalb kommen bei mir grundsätzlich Kartenspiele vor Brettspielen. Einige unterhaltsame oder spannende Blattspiele sind aber nur mit einer bestimmten Spielerzahl spielbar wie Skat, Doppelkopf oder Bridge. Ich spiele aber auch gerne und oft zu zweit oder auch in größerer geselliger Runde. Ein ideales Spiel dafür ist Canasta.

Es geht darum, möglichst schnell sieben Karten der gleichen Art, also entweder Asse, Könige, Damen, Bauern oder Zahlkarten von 4 bis 10 zu sammeln und zu einem Canasta auszulegen. Joker und 2er-Karten helfen dabei, alle 3er-Karten haben eine besondere Sperr- oder Belohnungsfunktion.

Genutzt wird wie beim Rommé ein doppeltes Spielset. Der Zufall, gute oder schlechtere Karten zu erhalten, hält sich die Waage mit der verfolgten Spielstrategie. Welche Karten sammle ich, wie sind die Chancen, davon sieben zu bekommen, wann lege ich sie aus? Welche Karten werfe ich auf den Posso, den Ablegestapel, mit denen der folgende Spieler möglichst nichts anfangen kann? Wie aber gelingt es mir, alle im Posso abgelegten Karten auf meine Hand zu bekommen und damit die Chancen, einen oder mehrere Canasta zu bilden, zu erhöhen? Aber warum, zum Teufel, ziehe ich vom Spielstapel meist nur Karten, die nicht in mein Spielkonzept passen?

Das Ende einer Spielrunde ist eingeläutet, wenn ein Mitspieler alle seine Karten abgelegt hat. Dann werden die Ergebnisse jedes Mitspielers berechnet. Canasta zählen plus, die Karten auf der Hand minus. Canasta ohne Jokerhilfe schlagen mit 500 Punkten zu Gute, andere mit 300. Auch den einzelnen Karten sind Werte zwischen 5 und 50 Punkten zugeordnet. Die erzielten Punkte werden notiert und dann geht es von vorne los. So lange, bis ein Spieler in der Summe 5.000 Punkte erspielt hat und die Partie für sich entschieden hat.

Probieren Sie es auch mal! Das Spielen macht Spaß, ganz unabhängig davon, ob man gewinnt oder verliert. Die geselligen Stunden verlangen Aufmerksamkeit und tragen gleichzeitig wunderbar zur Entspannung und Unterhaltung bei. Gute Karten und Spielglück wünscht Ihnen

Wolfgang Guth

Nähere Erklärungen und Regeln zu Canasta finden Sie hier.

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