Ratgeber

Es gibt was Gutes aufs Auge!

lvp · 08.11.2018

Foto: Pixabay

Lasern wird ab sechzig schwieriger

Grundsätzlich lassen sich Sehschwächen auch direkt am Auge beheben oder ausgleichen. Dazu gibt es verschiedene, risikoarme Lasertechniken: So kann der Chirurg den äußeren Bereich der Hornhaut lasern. Oder er klappt mit einem Mini-Skalpell ein dünnes Scheibchen der Hornhaut zur Seite und korrigiert mit dem Laser die darunterliegende Hornhaut. Ein interessantes Verfahren dabei ist die sogenannte Monovision, bei der ein Auge für die Nahsicht und eins für die Fernsicht eingestellt wird.

Allerdings hält Lasern den natürlichen Alterungsprozess der Linse nicht auf: Wer sich also mit fünfzig Jahren lasern lässt, müsste den Eingriff einige Jahre später wiederholen. Zusätzlich kommen mit den Jahren weitere Faktoren hinzu, die das Lasern erschweren oder ganz ausschließen: etwa trockene Augen, eine dünne oder vorgeschädigte Hornhaut, Diabetes und erste Anzeichen von Grauem Star, der die Linse mehr und mehr trübt.

Kunstlinsen – nur wenn es sein muss

Um die Alterssichtigkeit vollständig zu korrigieren, werden inzwischen auch multifokale Kunstlinsen angeboten, also Linsen mit unterschiedlichen Sehzonen für Nah- und Fernsicht. Dafür werden die eigenen Linsen im Augeninneren durch künstliche ersetzt, die in der Regel lebenslang halten.

Sollte es medizinisch nicht notwendig sein, rät Augenarzt Hermann davon ab: „Denn wie bei jeder Operation gibt es auch hier – wenn auch nur geringe – Risiken.“ Optimal, um die Alterssichtigkeit durch Kunstlinsen gleich mit zu beheben, ist der Zeitpunkt, wenn bei der Behandlung des Grauen Stars ohnehin die Linse getauscht wird.

Alles hat seinen Preis

Ganz gleich, womit man die Alterssichtigkeit in den Griff bekommen möchte: Gutes Sehen hat seinen Preis. Gleitsichtgläser kosten je nach Qualität mehr oder weniger, aber das womöglich alle Jahre wieder, bis die Alterssichtigkeit zum Stillstand kommt.

Nur selten beteiligt sich die Krankenkasse bei Erwachsenen an den Kosten. Keinen Cent gibt es zum Gestell dazu. Bei Brillengläsern übernimmt sie einen Teil der Kosten, aber nur bei starker Kurz- und Weitsichtigkeit mit mehr als sechs Dioptrien oder bei Patienten, die eine Hornhautverkrümmung ab vier Dioptrien haben.

Auch wer an beiden Augen schwer sehbeeinträchtigt ist, darf mit einer Zuzahlung rechnen. Die Höhe des Festbetrags steigt mit dem Dioptrienwert und reicht pro Glas von 10 bis maximal 112 Euro. Gleiches gilt für Kontaktlinsen. Bei Brillen werden Extras wie Entspiegelungen, Härtung oder Tönung nicht gezahlt.

Wer den Kauf günstig angepriesener Brillen im Internet erwägt, sollte bedenken, dass es keine professionelle Beratung und keine individuelle Abmessung gibt, so dass die Gläser womöglich nicht auf Anhieb passen. Auch Kontaktlinsen können einen mehrere hundert Euro jährlich kosten. Und Lasern sowie Kunstlinsen gegen die Alterssichtigkeit gehen in die Tausende.

Arzt oder Optiker?

Schon wegen der Kosten lohnt sich immer eine zweite Meinung und ein weiteres Angebot. Grundsätzlich wird ein medizinischer Check alle zwei Jahre beim Augenarzt empfohlen. „Wer dann weiß, dass seine Augen gesund sind, kann zur Brillenanpassung direkt zu einem guten Optiker gehen“, sagt Ohrloff.

Manche Optiker suchen Kunden, die nicht mehr gut zu Fuß sind, auch zu Hause auf. Bei geplanten Eingriffen am Auge sollte zusätzlich immer ein unabhängiger Augenarzt Rat geben; einer, der nicht lasert und keine Kunstlinsen einsetzt, so dass kein wirtschaftliches Interesse besteht.

Dass am Ende nicht immer die gewünschte Lösung steht, hat Brigitte Schultz erlebt. Sie wollte gerne ganz ohne Brille auskommen und Gleitsichtkontaktlinsen tragen. „Das hat nicht hingehauen. Ein Auge machte immer Probleme. Dann habe ich es mit anderen Linsen versucht, abwechselnd mit einer Gleitsichtbrille. Irgendwann hatte ich das Herumprobieren satt und trage jetzt nur noch Brille.“ Und die kleidet sie ganz prächtig.

Mehr zum Thema:

Wasser, Seife, Putztuch: Was bei der Brillenreinigung topp ist und was tabu, lesen Sie in unserem Artikel „Richtige Brillenpflege“.

Fünf Tipps für die Augen zum leichten Selberüben gibt es in unserem Artikel „Was kann ich aktiv für besseres Sehen tun?“

 

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