Gesund leben

Fisch statt Faltencreme

Thorben Grünewälder-KölnerLeben Ausgabe 6/2017 · 04.12.2017

Für gesunde Haare solle der Ernährungsplan Hefe, Fleisch, Nüsse, Hülsenfrüchte und Weizenkeime enthalten. Diese seien wertvolle Vitamin-B-Lieferanten. Ab sechzig solle wöchentlich eine sanfte Haarkur aufgetragen werden. Diese schütze empfindliche Haarpartien und bewahre ihre Geschmeidigkeit. Empfehlenswert seien auch Shampoos mit Salbei oder Rosmarin. Sie sollen die Haarstruktur festigen und feinem, sprödem Haar mehr Glanz verleihen. Für Männer wie Frauen gibt es bereits seit längerem Shampoos mit Koffein, die die Haarwurzel anregen. Die Wirksamkeit dieser Shampoos ist allerdings umstritten. „Fängt der natürliche Haarausfall an, kann ein solches Produkt dem Kunden ein gutes Gefühl geben. Es stoppt aber keinesfalls den Verlauf. Und sind die Haarwurzeln erst einmal ausgefallen, hilft kein Koffeinshampoo der Welt“, sagt Steffen. Ähnlich verhält es sich mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, die den erblich bedingten Haarausfall aufhalten sollen. Wirkstoffe wie Finasterid haben in Studien zwar ihre Wirkung unter Beweis gestellt, sind allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. „Verschreibungspflichtige Medikamente empfehle ich daher grundsätzlich nicht“, so Steffen. Frauen, die unter dünnem Haar leiden, sollten lieber auf eine Färbung verzichten und genau wie Männer zu grauen Haaren stehen. „Gepflegte graue Haare wirken oft viel natürlicher und attraktiver als eine gefärbte pechschwarze Mähne.“

Hautsache gesund

Die Haut ist unser größtes Organ und gleichzeitig ein Spiegel unserer körperlichen und seelischen Gesundheit. Sind wir krank, erscheint sie blass und fahl, ist uns etwas peinlich oder unangenehm, bekommt sie die berühmte Schamesröte. Auch unsere Lebensgeschichte ist in die Haut eingraviert. Wir freuen uns über Lachfalten und versuchen Augenringe zu kaschieren. Unsere Haut erneuert sich beständig und kann dies auch ein Leben lang. Jedoch braucht sie mit zunehmendem Alter mehr Zeit dafür. Die Haut wird dünner und kann weniger Wasser und Nährstoffe speichern. Rauchen, Alkohol, ausgiebige Sonnenbäder und Stress laugen die Haut aus und lassen sie schneller altern. Und auch Kälte und trockene Luft setzen ihr zu. Hier helfen fettreiche Cremes auf Wasser-Öl-Basis oder feuchtigkeitsspendende Körperlotionen. Und ein Gang in die Sauna sowie Bäder mit ätherischen Ölen halten sie elastischer.


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Flüssig bleiben

Wer frühzeitig gegensteuert, kann sich aber noch viele Jahre über ein strahlendes Hautbild freuen. Neben dem Verzicht auf Genussmittel spielt auch eine gesunde Ernährung eine wichtige Rolle. Leider sinkt der Nährstoffgehalt vieler Lebensmittel. Der Grund sind ausgelaugte Böden, die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln oder überzüchtete Gemüsesorten. Dennoch dürfen Grünkohl, Paprika oder Tomaten gerne häufiger auf dem Speiseplan stehen. Wer dazu ausreichend Eiweiß zu sich nimmt, ist auf einem guten Weg. Die Proteine sind die Bausteine unserer Muskeln, heben die Stimmung und sorgen für reine Haut. Enthalten sind sie in Fisch, Fleisch, Käse und natürlich Eiern. Fast noch wichtiger ist das Wasser. Der menschliche Körper besteht zu 60 Prozent aus Wasser und gerade die Haut muss deshalb immer wieder aufs Neue Flüssigkeit tanken, um gesund zu bleiben. Bis zu drei Liter sollten täglich getrunken werden. Im Alter lässt das Durstgefühl allerdings oft nach. Hier hilft es, sich zwei bis drei Wasserflaschen auf den Tisch zu stellen. So sind sie immer sichtbar und man vergisst das Trinken nicht einfach. Für mehr Geschmack sorgen Kräutertees und Säfte.

Auf die inneren Werte achten

Doch die Haut ist nicht nur Oberfläche, sondern verfügt auch über innere Werte. Wer zu viel Fertiggerichte, Wurst oder Weizenprodukte isst, übersättigt seinen Körper mit Salz. Das Salz wird in der Haut gespeichert und erhöht den Blutdruck. Das Bindegewebe wird genauso in Mitleidenschaft gezogen wie die Nieren oder das Herz. Statt weißem Mehl sollten daher öfter Vollkornprodukte aus Dinkel, Hafer oder Roggen auf dem Speiseplan stehen.
Egal, ob trockene Haut, spröde Haare oder brüchige Nägel: Die Lösung des Problems liegt nicht in der Bekämpfung der Symptome. Nur wer sich um seinen gesamten Körper kümmert, bleibt auch im Alter gepflegt gesund. Eine abwechslungsreiche Ernährung, Bewegung und Gelassenheit schlagen nach wie vor jede Faltencreme und jede Pille.

 

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